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Pflegende zeigen Liebe zum Beruf mit Tattoos

Eine Kampagne von Spitex und Pflegeheime Graubünden macht die Begeisterung für Pflegeberufe sichtbar. Mit Tattoos tragen Pflegende ihren Berufsstolz zur Schau – und sorgen damit für Aufmerksamkeit und Gesprächsstoff.

Plötzlich tragen überall in Graubünden Pflegefachpersonen dasselbe Tattoo. Auf Armen, Händen oder Schultern prangt in markanter Schrift mit rotem Herz die Botschaft: «I ♥ my Job». Die auffälligen Tattoos sorgen derzeit in verschiedenen Pflegeheimen und Spitex-Organisationen für Aufmerksamkeit – und genau das ist beabsichtigt.

Tattoos sorgen für Gesprächsstoff

Hinter der Initiative steckt die Kampagne «I ♥ my Job» von Spitex und Pflegeheime Graubünden. Im Rahmen eines Foto-Wettbewerbs wurden Mitarbeitende eingeladen, mit einem persönlichen Statement zu zeigen, warum sie ihren Beruf lieben. Dafür erhielten sie temporäre Tattoos zum Aufkleben und konnten ein Foto von sich machen.

«Viele Mitarbeitende identifizieren sich sehr stark mit ihrem Beruf. Die Tattoos sind ein kreativer Weg, genau diese Verbundenheit sichtbar zu machen und gleichzeitig Aufmerksamkeit für die Pflege zu schaffen», erklärt Anna-Emilia Hemmi, Geschäftsführerin der Spitex Albula-Churwalden.

Dass die Idee funktioniert, zeigen auch die Reaktionen im Alltag. «Ich wurde überraschend oft auf das Tattoo angesprochen – im Heim, unterwegs und sogar privat. Daraus sind viele spannende Gespräche entstanden über Pflege, unseren Berufsalltag und warum ich meine Arbeit gerne mache. Genau das macht die Initiative stark», sagt Primo Geering, Pflegehelfer SRK in der Casa Falveng in Domat/Ems, der sich auch an der Aktion beteiligt.

Überzeugung für die Pflege

Die Kampagne spielt bewusst mit der Symbolik von Tattoos. Diese stehen oft für Überzeugung, Identität und Dinge, die Menschen wichtig sind. Genau darum geht es auch hier: sichtbar zu machen, wie stark sich viele Mitarbeitende mit ihrem Beruf identifizieren.

Pflegende kümmern sich täglich mit Fachwissen, Verantwortung und grossem Engagement um andere Menschen – häufig selbstverständlich und wenig sichtbar für die Öffentlichkeit. «Pflege ist viel mehr als ein Beruf. Es geht um Nähe, Vertrauen und darum, für Menschen da zu sein, wenn sie Unterstützung brauchen. Genau deshalb ist es wichtig, dass wir zeigen, wie viel Sinn und Freude in dieser Arbeit steckt», erklärt Markus Pieren, vom Altersheim Parc auf der Lenzerheide.

Gesellschaftliche Bedeutung

Pflege und Betreuung gewinnen gesellschaftlich zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig steht die Branche vor grossen Herausforderungen: Der Bedarf an Fachpersonen steigt stetig, weil immer mehr Menschen im Alter Pflege und Unterstützung benötigen. Gleichzeitig halten sich gewisse Vorurteile über den Beruf hartnäckig – etwa, dass Pflege eintönig sei oder schlecht bezahlt werde.

«In der öffentlichen Diskussion wird oft vor allem über den Fachkräftemangel gesprochen. Er gehört zur Realität. Gleichzeitig erleben wir jeden Tag, wie erfüllend, vielseitig und anspruchsvoll unser Beruf ist. Genau diese Seite möchten wir sichtbar machen und mit falschen Vorurteilen aufräumen», erklärt Simona Keller, Co-Leiterin Pflege im Zentrum Guggerbach in Davos.

Mit der Kampagne möchten Spitex und Pflegeheime Graubünden deshalb ein Zeichen setzen und den Menschen in der Pflege eine sichtbare Stimme geben. Dabei werden die Tattoos nach einigen Tagen wieder verschwinden. Die Begeisterung für den Beruf jedoch bleibt.

Hier sind die Fotos und Statements zu sehen: tattoo.langzeitpflege-gr.ch


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